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Olympische Spiele London
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«Erfolge werden im Kopf erzielt, Niederlagen auch»
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Jörg Wetzel, Sportpsychologe

Medienmitteilungen

Jörg Wetzel blogt aus PyeongChang 2018
Jörg Wetzel blogt aus PyeongChang 2018

18. Februar 2018 


Olympische Spiele PyeongChang 2018 – psychologische Perspektiven


Jörg Wetzel, Psychologe der olympischen Delegation PyeongChang 2018
 

Nach wie vor betrachte ich es - trotz monatiger Abwesenheit von zu Hause - als Privileg, zum siebten Mal in Folge die Olympische Delegation als Psychologe begleiten zu dürfen. Bevor ich (zu einem späteren Zeitpunkt) einige Eindrücke schildere, möchte ich nochmals auf meine hauptsächliche Funktion an Olympischen Spielen zu sprechen kommen, um populäre Irrtümer auszuräumen: „Nein, ich tröste niemanden und nein, ich bin nicht hier oder im Vorfeld dazu zuständig, jemanden zu motivieren und nein, das „Gspürschmi-Fühlschmi“ ist nicht mein Ding“.


Sondern: Auch in dieser Mission bin ich direkt dem Chef de Mission (CdM) unterstellt, arbeite eng mit dem Medicalteam sowie den Teamchefs zusammen und unterstütze die Delegation mit folgenden Prioritäten (Auszug aus meinem Funktionsbeschrieb):

 

1. Krisenpsychologie / Notfallpsychologie

JW ist Mitglied des Krisenstabes und unterstützt dabei den Krisenstab, den Prozessablauf und kümmert sich vor allem um die Care (Abklärung, Beobachtung und Sicherstellung des Bedarfes an notfallpsychologischer Unterstützung).

 

2. Neutrale Ansprechperson im Führungsteam

Er ist neutrale Ansprechperson für Anliegen aus dem Führungsteam, insbesondere des CdM und unterstützt diesen in der Ausführung seiner Funktion.

 

3. Sportpsychologische Anliegen

Bei allfälligen sportpsychologischen Anliegen aus der Delegation (Athleten, Trainer, TC, andere) ist er Ansprechperson und berät die jeweiligen Personen.

 

Um der Sache und all den eigenen sowie den Erwartungen von aussen gerecht zu werden, bereite ich im Vorfeld in Eigenregie und mit dem Führungsteam hauptsächlich Punkt 1 vor. Seien es organisatorische, politische, sportliche oder persönliche Krisen - sie treten auf. Zum Glück sind wir in den letzten Missionen vor dem ganz Grossen verschont worden (z.B. Terroranschläge oder Todesfälle von Delegationsmitgliedern). Trotzdem war es auch für mich wichtig, dass wir im Vorfeld unter Mithilfe von Fedpol einen Krisenstab definierten und einübten. Ich bereite mich persönlich zudem mit zwei bis drei krisenpsychologischen Ernsteinsätzen pro Jahr für CareLink vor. Denn in jeder – auch kleineren Krise – ist man auch selbst erst mal geschockt.

 

Dennoch gilt es auch an die vielen Geschichten und Highlights zu denken, die an Olympischen Spielen geschrieben werden. Einige Eindrücke möchte ich mit euch in der Bildstrecke teilen.

 


Beste Grüsse aus PyeongChang 2018

Jörg Wetzel